- sehr insektenfreundlich
- winterhart
- trittfest
- pflegeleicht, robust
- alternativer Rasenersatz
Wuchs
| Wuchs |
horstig, büschelartige Blütenstände, aufrecht, sehr dicht, teppichartig, kriechend, bodendeckend |
| Wuchsbreite |
20 – 30 cm |
| Wuchshöhe |
4 – 6 cm |
Blüte
| Blüte |
einfach |
| Blütenfarbe |
grünlich-weiß |
| Blütenform |
doldenförmig |
| Blütengröße |
klein (< 5cm) |
| Blütezeit |
Juni – September |
Frucht
| Frucht |
unscheinbare Kapseln |
Blatt
| Blatt |
elliptisch bis eiförmig-lanzettlich, kahl oder leicht bewimpert, klein |
| Laub |
wintergrün |
| Laubfarbe |
mittelgrün |
Sonstige
| Besonderheiten |
trittfeste Rasenalternative, trockenheitsliebend, wintergrün, alte Heilpflanze, insektenfreundlich |
| Boden |
trocken, durchlässig, nährstoff- und kalkarm, gern sandig oder kiesig/steinig |
| Nahrung für Insekten |
|
| Pflanzenbedarf |
13 – 15 Pflanzen pro m² |
| Standort |
Sonne |
| Verwendung |
Einzelstellung, Rabatte, Beete, Gruppen, Steinanlagen, Dachbegrünung, Grabbepflanzung, Pflanzgefäße |
| Themenwelt |
Dachbegrünung |
Das Kahle Bruchkraut bündelt Widerstandskraft, feine Blütenschlichtheit, niedriger Wuchs und traditionelle Bedeutung zu einem besonderen Gartengewächs mit langer Geschichte. Als Mitglied der Nelkengewächse entfaltet es ein teppichartiges Bild, das sich dicht an den Boden schmiegt. Die Pflanze bleibt mit einer Höhe von lediglich 4 bis 6 cm bemerkenswert flach, während sich ihre Ausbreitung auf 20 und 30 cm erstreckt und damit rasch kleine Flächen gleichmäßig überzieht. Aus den kriechenden Stängeln entwickeln sich elliptische bis eiförmig-lanzettliche Blätter, die in feiner Abstufung meist vollkommen kahl und manchmal sanft bewimpert sind. Das Laub ist in einem frischen Mittelgrün gehalten und behält diesen Ton auch in den Wintermonaten, was der Umgebung ein lebendiges Flair verleiht, wenn andere Stauden sich in „kahler“ Winterruhe befinden. Im Sommer, von Juni bis September, bringt (bot.) Herniaria glabra unscheinbare grünlich-weiße Blüten in doldenartigen Gruppen hervor. Sie mögen auf den ersten Blick klein und unscheinbar wirken, erweisen sich jedoch für eine Vielzahl von Insekten als wertvolle Nahrungsquelle. Fliegen und Schwebfliegen gehören ebenso zu den Besuchern wie Wildbienen, von denen gleich mehrere Arten hier Nahrung finden. Aus den Blüten entwickeln sich kleine Kapseln mit Samen, die dezent im Hintergrund verbleiben. Trotz ihres schlichten Charakters besitzt das Kahle Bruchkraut einen subtilen Reiz, der durch den zarten, an Waldmeister erinnernden Duft von getrocknetem Laub eine zusätzliche Dimension erhält.
Das Kahle Bruchkraut gilt Dank seiner niedrigen und gleichzeitig dichten Wuchsform als attraktive sowie gut trittfeste Alternative zu klassischen Rasenflächen, speziell dort, wo Belastbarkeit und ein bodendeckender Effekt gefragt sind. Es kleidet Fugen zwischen Pflastersteinen oder Mauerritzen aus, schließt Lücken in Kiesflächen und breitet sich gleichmäßig in Steingärten aus. Auf sonnigen Dachflächen sowie auf Gräbern erfüllt es die Rolle einer pflegeleichten Begrünung. In Rabatten und Beeten wirkt es besonders zauberhaft als Unterpflanzung, die größere Stauden oder Gehölze begleitet und deren Erscheinung durch eine flache, dichte Fläche ergänzt. Ebenso findet es Platz in Pflanzgefäßen, wo es mit der niedrigen Wuchsweise eine charmante Grundlage für farbintensive Partner bildet, wie sie beispielsweise in Bergenien, Taglilien, Iris oder auch kleineren Geraniumarten zu finden sind. Auch entstehen harmonische Gartenbilder mit Rhododendren, japanischen Ahorne oder anderen Blütengehölzen im Hintergrund, von deren Wurzeldruck das Kahle Bruchkraut als Flachwurzler unbeeindruckt bleibt. Seine Rolle als historische Heilpflanze, unter anderem als harntreibendes Mittel, verleiht ihm zusätzlich eine kulturelle Note, die neben dem dekorativen Wert mitschwingt. So wird es nicht allein als grüne Ergänzung verstanden, sondern auch als lebendiges Bindeglied zwischen alter Tradition und moderner Gartennutzung.
Ein sonniger Platz bildet den idealen Ausgangspunkt, damit das Kahle Bruchkraut seine volle Pracht entfalten kann. Es verlangt nach trockenen, durchlässigen Böden, die eher nährstoff- und kalkarm beschaffen sind. Besonders gut gedeiht es auf sandigen oder kiesigen Untergründen, wo Wasser ungehindert abfließen kann. Staunässe stellt eine unmittelbare Gefahr für die Pflanze dar, da ihre Wurzeln in dauerhaft feuchtem Milieu Schaden nehmen. Wer (bot.) Herniaria glabra in Gruppen pflanzen möchte, erzielt mit einer Anzahl zwischen 11 und 15 Exemplaren eine hervorragend dichte, lückenfreie Grünfläche. Vor dem Einsetzen sollten die kleinen Stauden im Wasserbad tauchen, um die Wurzelballen vollständig zu durchfeuchten – dies erleichtert das Anwachsen erheblich. Schnittmaßnahmen sind im Regelfall nicht erforderlich; gelegentliches Mähen mit einem hoch eingestellten Rasenmäher im Frühjahr kann jedoch ältere Flächen verjüngen und das Austreiben frischer Triebe anregen. Durch ihre wintergrüne Eigenschaft bleibt die Pflanze auch in der kalten Jahreszeit präsent, wobei sie Temperaturen bis -28,8 °C normalerweise unbeschadet übersteht. Damit erweist sich das Kahle Bruchkraut als dauerhafte Lösung – als eine Pflanze, die ohne aufwendige Pflege über Jahre hinweg auskommt und Gartenräume ebenso praktisch wie schmuckvoll ergänzt.